Reinhard Mey begeistert auf seiner 60-Städte-Herbst-Tournee “Dann mach’s gut”. Einblicke aus drei Konzerten.

CELLE – BRAUNSCHWEIG – HANNOVER. Bei Reinhard Mey die Kirche im Dorf zu lassen würde heißen, den melodischen Götterboten, Schamanen der klangschönen Poesie nicht zu benennen. Gleichsam schwingender Materie bringt der 71-jährige Liedermacher Bilder zu Gehör. Wäre er nicht auch ein äußerlich charmanter Mann, müsste man dieses Medium als Schallwelle aus paradiesischen Gärten beschreiben: so voll ist seine klingende Stimme, so sinnestief seine gemalten Texte. Geschichten, in denen sich alles spiegelt, die jeder kennt und bei denen sogar jene, die nicht zu sprechen vermögen, ihr Innerstes in Sanftmut hören. Nichts ist Hohn, nichts ist Zorn. Mit der Milde des Waisen betrachtet sich der “komische Vogel mit dem schwarzen Gefieder”, seine Wege und die Welt. Ergraut aber hellwach, verträumt und glasklar, beäugte und beäugt Mey jeden Schritt seiner Kinder, seiner Lieben und all der Menschen um ihn herum. (weiterlesen …)